Nachruf: Rupert Neudeck – Initiator, Mitgründer, Freund

Rupert_Neudeck

Zahlreich sind die Nachrufe zu lesen und zu hören über den Menschenfreund und radikalen Denker und Helfer Rupert Neudeck. Sein Name ist untrennbar verbunden mit Begriffen wie Flüchtlinge, Cap Anamur, Komitee, Menschenrechte oder Grünhelme. Selten wird erwähnt, wie sehr sich Rupert Neudeck seit über zehn Jahren für die Rechte der Palästinenser eingesetzt hat. Eindrücklich hat er daüber in seinen Büchern “Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina” und “Das unheilige Land. Brennpunkt Naher Osten” geschrieben, nachdem er mit seinem Freund Norbert Blüm dorthin gereist und das Unrecht vor Ort mit eigenen Augen gesehen hatte.

Rupert Neudeck war es, der uns in sein Haus in Troisdorf im Herbst 2015 einlud, um gemeinsam zu überlegen, was gegen dieses “schreiende Unrecht” zu tun sei. In seinem Wohnzimmer, in dem schon so Vieles initiiert worden war, wurde der Grundstein für BIB gelegt. Von einem “großen Knaller” träumte er, der die Menschen und die Politik wachrütteln sollte. “Überall, wo ich hinkomme, wird alles besser”, sagte er bei unserem letzten Treffen im Januar in Berlin. “Nur in Israel und Palästina wird alles immer schlimmer. Das müssen wir ändern.”

Dieses Vermächtnis hat er uns hinterlassen. Rupert Neudeck hat uns inspiriert, er hat uns herausgefordert und wollte nicht locker lassen. “Menschenrechte sind unteilbar und müssen für alle gelten”, so sein Credo. Dies müsse auch und gerade in Deutschland in Bezug auf Israel und die Palästinenser gelten.

Wir werden Dein Andenken durch unsere Arbeit ehren, lieber Rupert. Und werden Dich in unserer Mitte vermissen.

IMG_2753
BIB-Treffen am 24. Januar 2016 in Berlin

Wir haben als Bündnis eine Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung aufgegeben.

Published
Categorized as blog

Kampagne #2: Unterstützung für israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer

Tair_Kaminer_web

Seit 1986 wird am 15. Mai alljährlich der Tag der Kriegsdienstverweigerung begangen. Er soll an all diejenigen Frauen und Männer erinnern, die aufgrund ihrer Entscheidung, sich dem Militär- und Kriegsdienst zu verweigern, verfolgt und inhaftiert werden. Die Kriegsdienstverweigerung – laut Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen ein Menschenrecht – wird nur in etwa 50 von insgesamt 200 Ländern anerkannt. In allen anderen Staaten müssen Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

So ergeht es auch der 19-jährigen Israelin Tair Kaminer, die am 10. Januar 2016 bei ihrer Einberufung erklärte: “Ich habe mich entschlossen, den Dienst in der israelischen Armee zu verweigern. Seit Jahren gibt es keinerlei Bestrebung für einen Friedensprozess, keinen Versuch, Gaza und Sderot Frieden zu bringen. Solange der gewaltsame militärische Weg beschritten wird, schaffen wir eine Generation voller Hass, womit die Situation nur eskalieren wird. Wir müssen dies jetzt stoppen! Darum verweigere ich: Um nicht eine aktive Rolle an der Besatzung der palästinensischen Gebiete zu spielen und am Unrecht, das dem palästinensischen Volk unter der Besatzung zugefügt wird.” Seit diesem Tag ist Tair bereits zum 5. Mal zu einer Haftstrafe verurteilt worden; am Ende dieser Haftzeit wird sie 125 Tage in einem israelischen Gefängnis verbracht haben. Ähnlich ergeht es der 18-jährigen Omri Baranes, die ihre Verweigerung so erklärte: “In der Schule werden wir indoktriniert. Uns wird gesagt, dass das Militär entscheidend für unsere Existenz ist. Der größte Teil unserer Steuern wird dafür ausgegeben. Ich glaube, dass alle Menschen Verantwortung für die Sicherstellung humanitärer Werte tragen. Deshalb verweigere ich.”

Die Wehrpflicht in Israel betrifft alle jüdischen Männer (3 Jahre) und Frauen (2 Jahre) – palästinensische StaatsbürgerInnen sind bis auf die Minderheit der Drusen vom Wehrdienst ausgeschlossen. Offiziell existiert das Recht zur Wehrdienstverweigerung, aber nur auf dem Papier. Frauen dürfen aus religiösen Gründen verweigern (u.a. wegen des Kontakts mit Männern); manche Orthodoxe waren bisher vom Wehrdienst ausgenommen (da Israel durch Beten ebenso geschützt werde wie durch Schießen), was seit 2014 durch ein neues Gesetz schrittweise geändert werden soll. In der Praxis werden junge Menschen, die offen aus Gewissensgründen verweigern, immer wieder ins Gefängnis gesteckt, wo man oftmals durch einen harten Vollzug auf ein Umdenken setzt. Außerdem ist die gesellschaftliche Ächtung enorm: Wer mit 18 oder 19 bereits in einer Uni erscheint, bekommt kaum einen Studienplatz; wer nicht gedient hat, gilt als feige, verräterisch, unsolidarisch, asozial und hat es später in vielen Berufen schwer, Karriere zu machen.

Das ist der Hintergrund, auf dem der Entschluss der beiden jungen Frauen zur Verweigerung noch klarer als ein Akt von Zivilcourage hervorscheint. Tair Kaminer hat ihre Verweigerung in bewegenden, klaren Worten begründet. “Ich möchte uns alle daran erinnern, dass es eine Alternative gibt: Verhandlungen, Frieden, Optimismus, ehrlicher Wille auf ein Leben in Gleichberechtigung, Sicherheit und Freiheit.” Den vollen Wortlaut finden Sie HIER.

In Deutschland war das Verweigern des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen zur Zeit der Wehrpflicht nicht nur gesellschaftlich durchaus geachtet, die Zivildienstleistenden spielten in Pflege und Betreuung, in technischen Hilfsdiensten und vielen anderen sozialen Bereichen eine tragende Rolle. In einer besatzungsfreien israelischen Gesellschaft könnte das ebenso ein großer Gewinn sein. Dies erfordert jedoch in erster Linie die volle Anerkennung der Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen – oder die Beendigung der Besatzung. Denn viele junge Israelis würden durchaus ihrem Land als Soldaten  dienen, gäbe es die Besatzung nicht.

Daher bitten wir Sie um tatkräftige Mithilfe in Form von Ermutigungsmals an Tair und Omri sowie Protestmails ans israelische Verteidigungsministerium. Entsprechende Vorlagen für diese Schreiben finden Sie ganz unten. Wir schließen uns mit dieser Kampagne dem Connection e.V. an, der mit anderen Initiativen zusammen am kommenden Freitag, den 13. Mai einen Aktionstag für Tair Kaminer ausgerufen hat. In 15 deutschen Städten und in Jerusalem wird es zwischen 17 und 19 Uhr Aktionen und Mahnwachen geben, zu denen alle herzliche eingeladen sind. Eine solche Veranstaltung ist vielleicht auch in Ihrer Nähe – informieren Sie sich HIER und seien Sie dabei! Unter diesem Link finden Sie auch ab Donnerstag die Liste mit den Städten, in denen Aktionen geplant sind.

Die Vorlagen für Ihre Mails finden Sie in einem Formular mit Sicherheitsverschlüsselung direkt HIER; Sie können aber auch einfach die Texte hier unten kopieren und an die angegebenen Email Adressen schicken.

Herzlichen Dank fürs Mitmachen! Und gerne dürfen Sie diese Mail weiterleiten und noch mehr Menschen zum Mitmachen einladen. Gemeinsam werden wir eine unübersehbare Menge – und können eine Menge bewegen!

Wichtig: Bitte setzen Sie uns CC (info@bib-jetzt.de), wenn Sie Mails schreiben, oder mailen Sie uns Kopien Ihrer Schreiben, damit wir einen Eindruck von der Resonanz unserer Kampagnen erhalten und an Verbesserungen arbeiten können.


 

Hier geht es zum vorformulierten Anschreiben an den israelischen Verteidigungsminister, das Sie natürlich gerne individuell bearbeiten können (wir schlagen den englischen Text vor, weil der sicher verstanden wird; die deutsche Version steht darunter). Die Email des Verteidigungsministeriums lautet pniot@mod.gov.il.

Dear Moshe Yaalon,

Tair Kaminer and Omri Baranes have been imprisoned for their refusal to join the Israeli military. This is Tair Kaminers fifth imprisonment and Omri Baranaes second imprisonment.

Tair Kaminer and Omri Baranes refuse to enlist in the Israeli Army  based on beliefs and conscience. They claim their human right to conscientious objection. In a decision from January 2007, the United Nations Human Rights Committee recognised the right to conscientious objection as a legitimate exercise of the right to freedom of thought, conscience, and religion, as guaranteed by Article 18 ICCPR.

Repeated imprisonment is a violation of international legal standards. The UN Working Group on  Arbitrary Detention in opinion 24/2003 on Israel came to the conclusion that the repeated imprisonment of conscientious objectors in Israel is arbitrary, and therefore it constitutes a violation of 14 par 7 of the  International Covenant on Civil and Political Rights, of which Israel is a signatory.

I urge you to immediately release Tair Kaminer and Omri Baranes, to ensure that they are not re-imprisoned in future and to recognize the human right of conscientious objection. Thank you for taking action.

Yours sincerely,

(Ihren Namen nicht vergessen)

Deutsche Fassung:

Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister Moshe Yaalon,

Tair Kaminer und Omri Baranes wurden wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung inhaftiert. Es ist Tair Kaminers fünfte Haftstrafe und die zweite Haftstrafe bei Omri Baranes.

Sie verweigern aus Gewissensgründen den Wehrdienst in der IDF. Sie berufen sich auf das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung. In einer Entscheidung vom Januar 2007 erkannte das Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen das Recht auf Kriegsdienstverweigerung als berechtigte Ausübung des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit an, wie es in Artikel 18 des Internationalen Paktes garantiert wird.

Wiederholte Haftstrafen stellen eine Verletzung der internationalen Rechtsnormen dar. Die UN-Arbeitsgruppe über Willkürliche Verhaftungen kam in der Opinion 24/2003 zu Israel zu der Schlussfolgerung, dass die wiederholte Inhaftierung von Kriegsdienstverweigerern in Israel willkürlich ist und daher eine Verletzung des Artikels 14 Absatz 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte darstellt, den Israel ratifiziert hat.

Ich bitte Sie daher dringend darum, Tair Kaminer und Omri Baranes unverzüglich freizulassen und sicherzustellen, dass sie nicht erneut inhaftiert werden, sowie das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen. Das wäre ein mutiger Schritt für die israelische Zivilgesellschaft, für den ich Ihnen hier schon sehr danken möchte.

Hochachtungsvoll,

(Ihren Namen nicht vergessen)


Hier geht es zum vorformulierten Anschreiben an Tair Kaminer und Omri Baranes, das Sie natürlich gerne individuell bearbeiten können (wir schlagen einen englischen Text vor, weil der sicher verstanden wird; die deutsche Version steht darunter). Die Email schicken Sie an die UnterstützerInnengruppe Mesarvot in Israel: mesarvot.im@gmail.com. Die eMails werden weitergeleitet.

Dear Tair, dear Omri,

I am sending you my best and kindest wishes. I found your statements as to why you are refusing to serve in the army very encouraging. I am sending today a message to the Israeli Ministry of Defence demanding your immediate release and an official recognition of your right to refuse military service.

In solidarity,

(Ihren Namen nicht vergessen)

Deutsche Fassung:

Liebe Tair, liebe Omri,

ich möchte Euch meine besten Wünsche übermitteln. Eure Erklärungen zur Wehrdienstverweigerung fand ich mutig und ermutigend. Heute habe ich ein Schreiben an das israelische  Verteidigungsministerium geschickt, in dem ich Eure sofortige Freilassung fordere sowie die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen.

Mit solidarischen Grüßen,

(Ihren Namen nicht vergessen)



Jedes Schreiben zählt! Vielen Dank für Ihr Engagement!

Der Wandel hat bereits begonnen

Spiegel_SZ

Der Wandel hat bereits begonnen

Seit Beginn unserer öffentlichen Aktivitäten vor gut zwei Wochen hat sich eine Menge getan. Die Zeit ist reif für einen Wandel: Nicht nur hat unsere Initiative sehr viele positive Rückmeldungen erhalten und jede Menge neuer Unterstützer gefunden, auch in zwei führenden deutschen Medien war letzte Woche zu lesen, dass in der Bundesregierung nicht mehr jedem Winken Netanyahus gefolgt wird. So beschreiben Ralf Neukirch und Christoph Schult in der Ausgabe 18/2016 des SPIEGEL unter dem Titel Fremder Freund die veränderte Stimmung Berlins gegenüber der israelischen Regierung. So habe man sich nicht dem Druck Netanyahus gebeugt, als es um die Kennzeichnungspflicht von Siedlerprodukten handelte, ebenso wird endlich seitens der Bundesregierung klar gemacht, dass die Siedlungspolitik eine Zwei-Staaten-Lösung „immer unwahrscheinlicher“ mache. Nach wie vor ist die Zwei-Staaten-Lösung die offizielle deutsche Wunschvorstellung für die Lösung des Konfliktes. Auch Peter Münch, Israel-Korrespondent der SZ, schrieb in seinem Kommentar So verprellt man die besten Freunde vergangene Woche, das Vertrauen sei dahin, und betonte, die ‘engen und guten Beziehungen‘ zu Israel sollte Deutschland nutzen, um einen klaren und ehrlichen deutschen Standpunkt, u.a. mit dem Bekenntnis zu Israels Sicherheit, in Jerusalem zu vertreten.

Solch klare Töne hat es in deutschen Medien noch nicht oft gegeben. Wir begrüßen das, denn wir sind überzeugt, dass es sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den Medien eine ehrliche Auseinandersetzung braucht, wenn man sich wieder an eine Vision eines friedlichen Nahen Ostens wagen möchte mit gleichen Rechten für all seine Bewohner.

Natürlich bekommen wir auch kritische und skeptische Stimmen zu hören (neben den zu erwartenden absurden Hassmails). Wenn wir dabei gefragt werden, ob wir denn mit unserem Eintreten für palästinensische Rechte auch an Israels existenzielle Bedrohung denken, so kann man dem mit einer einfachen Gegenfrage begegnen: Haben irgend welche kriegerischen Maßnahmen, hat der Siedlungsbau, der Mauerbau, die Blockade von Gaza und die systematische Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung zu irgend einer Zeit mehr Sicherheit für Israel gebracht oder eher weniger? Wir alle kennen die Antwort.

Published
Categorized as blog

Enorme positive Resonanz auf unser neues Bündnis

Vielen, vielen Dank für die tollen Rückmeldungen und guten Wünsche, das ermutigt uns und gibt uns Zuversicht, gemeinsam mit Ihnen und Euch etwas in diesem verfahrenen Konflikt bewegen zu können.

Nun fragen Sie sich und uns: “Was kann ich selber tun? Welchen Beitrag kann ich leisten”

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie uns unterstützen können. Wir stehen mit unserer Organisation noch ganz am Anfang und brauchen noch etwas Zeit, um unsere strategischen Ziele und Aktivitäten genau zu formulieren. Fest steht, dass wir sowohl in der Öffentlichkeit als auch im politischen Raum etwas bewegen wollen. Wir alle wissen, dass die Politik auf Druck reagiert, und den schafft eine breite Öffentlichkeit und die Medien. Die wiederum reagieren erst, wenn Stimmen laut genug werden und wenn viele von uns gesehen werden. Sichtbar machen wir uns, indem wir nachweislich Viele werden; Gehör verschaffen wir uns, wenn wir ernstzunehmende Gesprächspartner werden, auch für die Politik. Die großen Aktivistenplattformen wie z.B. Change.org machen es uns vor.

Was die Öffentlichkeitsarbeit angeht, so haben Sie schon einen ersten Schritt getan, indem Sie sich mit uns in Verbindung gesetzt und einen oder mehrere Abgeordnete angeschrieben haben – vielen Dank dafür. Der nächste Schritt ist: Folgen Sie uns auf unserem BIB-Blog! Tragen Sie links von diesem Text in der Leiste Ihre Email Adresse ein und klicken Sie den grünen Button FOLGEN – das wird gezählt und Sie erhalten immer direkt aktuelle Informationen von uns, sobald ein neuer Blog-Eintrag wie dieser hier erscheint. Erzählen Sie auch anderen davon und fordern Sie sie auf, es Ihnen gleich zu tun! (Das hat übrigens nichts mit Facebook zu tun! Aber auch dort können Sie uns ein ‘LIKE’ schenken: http://www.facebook.com/bibjetzt!)

Ein weiterer Schritt kann eine Fördermitgliedschaft sein. Wir Gründungsmitglieder von BIB haben Jahre und Jahrzehnte an Erfahrungen auf verschiedenen Gebieten im Nahostkonflikt gesammelt; wir haben gute Kontakte und jede Menge Ideen. Was wir brauchen sind Menschen, die uns den Rücken stärken, indem sie uns helfen, unsere Kampagnen zu verbreiten und zu finanzieren. Bisher haben wir alle ehrenamtlich gearbeitet und haben auch vor, dies großteils fortzusetzen. Doch was wir vorhaben, erfordert eine Menge Einsatz an Zeit, Geld und Professionalität. Dadurch werden mit der Zeit Kosten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Webpräsenz, Social Media Pflege und Verwaltung anfallen.

Sobald unser Verein eingetragen ist und die Gemeinnützigkeit anerkannt ist, werden wir Ihnen die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft anbieten. Dies ist der einfachste Weg, uns schnell und effektiv zu unterstützen. Genauere Infos dazu erfahren Sie demnächst.

Jetzt werten wir noch die Reaktionen auf Ihre Mails aus und streben ein Gespräch zum Thema außergerichtliche Exekutionen mit den Zuständigen im Auswärtigen Amt an.

Danke für Ihr Interesse und Ihren Einsatz!
Gemeinsam werden wir eine Menge Menschen
– und eine Menge bewegen.

Herzlich,
Nirit Sommerfeld und das BIB-Team

PS: Wir freuen uns auf Kommentare, gleich hier unten anklicken!

Published
Categorized as blog

Kampagne #1: Sollen Kopfschüsse normal werden?

Bild-Logo

Der israelische Soldat und Sanitäter Elor Asarja wurde dabei gefilmt, wie er in Hebron den nach der Abwehr seines Messerattentats verletzt am Boden liegenden 21-jährigen Abd al-Fatah Jusri al-Scharif gezielt und ohne Not durch Kopfschuss tötete. Dies kann hier angesehen werden: http://m.btselem.org/firearms/20160324_soldier_executes_palestinians_attaker_in_hebron

Die Mehrheit der jüdischen Israelis ist gegen eine Bestrafung des Soldaten, in flagranter Missachtung zivil- und kriegsrechtlicher Normen. Viele Israelis nennen Asarja einen Helden. Siehe dazu hier z.B. eine Bürgerversammlung in Asarjas Heimatstadt Ramleh: http://www.alternet.org/grayzone-project/watch-israelis-rally-soldier-who-executed-palestinian-rage-netanyahu-not-cheering

Schon im Januar 2016 verlangte die schwedische Außenministerin Margot Wallström wegen ähnlich problematischer Exekutionen seit Beginn der “Messer-Intifada” eine internationale Untersuchung der außergerichtlichen Tötungen in Israel. Diese Initiative griffen weder die deutsche noch die EU-Politik auf.

Daher möchten wir Sie zu einer koordinierten Aktion ermuntern: Bitte schreiben Sie an den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz, an unseren Außenminister Frank-Walter Steinmeier, an Bundestagsabgeordnete Ihres Wahlkreises sowie an weitere Personen Ihrer Wahl, dass Sie die Initiative der schwedischen Außenministerin unterstützen: Internationale Untersuchung der mehr als 200 durch israelische bewaffnete Kräfte durchgeführten außergerichtlichen Exekutionen seit Oktober 2015.

Mit unseren vorbereiteten Links und Texten (s.u.) dauert das keine zwei Minuten und kann große Wirkung zeigen!

Weiterhin: Der Mann, der die Ermordung al-Scharifs filmte, als Korrespondent der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem, ist der Hebroner Emad Abu-Schamsija. Er wird nun von rechtsradikalen Israelis als Denunziant verunglimpft und bedroht. Setzen Sie sich bitte für Abu-Schamsija ein, überlegen Sie bitte, ob er für eine Einladung nach Deutschland oder eine Preisverleihung für investigativen Journalismus in Frage kommt.

Wichtig: Bitte setzen Sie uns CC (info@bib-jetzt.de), wenn Sie Mails schreiben, oder mailen Sie uns Kopien Ihrer Schreiben, damit wir einen Eindruck von der Resonanz unserer Kampagnen erhalten und an Verbesserungen arbeiten können.



Hier geht es zum vorformulierten Anschreiben, das Sie natürlich gerne individuell bearbeiten können:

Sehr geehrter Herr EU-Parlamentspräsident Schulz / Herr Außenminister Steinmeier / Frau/Herr Abgeordnede/r …… ,

mit Entsetzen beobachten wir seit Beginn der sogenannten “Messer-Intifada” die Zunahme außergerichtlicher Tötungen auf israelischem und palästinensischem Gebiet: Seit Oktober 2015 gab es über 200 solcher Tötungen durch israelische bewaffnete Sicherheitskräfte – die Details sind Ihnen sicher bekannt.

Auf politischer Ebene wurde bisher nur von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström eine internationale Untersuchung dieser Exekutionen angeregt, aber nie umgesetzt. Wir möchten Sie daher dringend auffordern, Frau Wallströms Initiative seitens der EU aufzugreifen und klar zu diesen Vorgängen Stellung zu beziehen. Aus meiner Sicht werden durch solche Tötungen, denen oft Minderjährige zum Opfer fallen, Menschenrechte massiv verletzt. Dies kann die EU nicht kommentarlos hinnehmen, zumal uns Europäer engste Beziehungen mit Israel verbindenden. Damit diese nicht eines Tages zerbrechen, müssen wir von Israel die Einhaltung rechtsstaatlicher und völkerrechtlicher Normen fordern.

Bitte lassen Sie mich wissen, was die EU in dieser dringenden Angelegenheit zu unternehmen gedenkt. Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen,

(Ihren Namen nicht vergessen!)



Diese Links können Sie für Ihr Anschreiben verwenden:



Jedes Schreiben zählt! Vielen Dank für Ihr Engagement!

Published
Categorized as blog

Unsere Initiative geht an die Öffentlichkeit

Gruppenbild2

Nach einigen Monaten der Vorbereitungen und des Konsolidierens bringen wir heute unser Bündnis auf den Weg und hoffen, viele Menschen dazu zu bewegen, mit uns diesen Weg für Gerechtigkeit, gegen Gewalt und für ein Ende der israelischen Besatzungspolitik zu gehen. Unser Beirat, Prof. Dr. h.c. Teltschik, hat uns dieses Grußwort mit auf den Weg gegeben:

Ich habe mich in der Politik wie in der Wirtschaft immer als Freund Israels verstanden und auch Verantwortung dafür übernommen. Gerade deshalb begrüße ich die Initiative, ein Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung ehemaliger palästinensischer Gebiete zu gründen. Es muss ein friedliches Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern möglich werden. Das setzt voraus, dass die Gewalttaten auf beiden Seiten, angefangen von der israelischen Siedlungspolitik bis zu den palästinensischen Terrorakten, beendet werden. Solange die Gewalt auf beiden Seiten anhält, bleibt sie einer der wesentlichen Faktoren der anhaltenden Krise im Nahen und Mittleren Osten.

Möchten auch Sie sich gegen diese Gewalt aussprechen? Mit unserer ersten Kampagne können Sie schnell und einfach aktiv werden.

 

Published
Categorized as blog