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Google Maps ignoriert teilweise palästinensische Orte


Screenshot der NGO 7amleh (Quelle: www.7amleh.org)

Wir alle wenden Google Maps an und wissen, dass man zwischen einer Kartendarstellung, einem Luftbild und einer Ansicht wählen kann, die sowohl eine Karte als auch das Luftbild darstellt. Man kann sich Straßen und Ortschaften ansehen und Fahrtrouten berechnen. Doch das entspricht nicht immer der Realität: Google Maps ignoriert alle Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die für Palästinenser*innen unter Besatzung real existent sind, wie das Arab Center for Social Media Advancement auf ihrer Website 7amleh in dieser Studie nachweist. Durch seine Weigerung, Checkpoints, Siedlerstraßen und palästinensische Orte so vollständig wie israelische Siedlungen abzubilden, macht sich Google Maps zum Komplizen der Verletzung der Menschenrechte und des Internationalen Rechts.

Was das in der Realität bedeutet, zeigt das folgende Beispiel: Tariq, der in dem Dorf Tell nahe Nablus lebt, hat festgestellt, dass sein Dorf auf Google Maps auch trotz aller Zoom-Versuche nicht zu finden ist — ganz im Gegensatz zu den illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland, die man ohne Probleme auf der digitalen Google-Landkarte entdeckt. Für Tariq bedeutet das: Wenn er von Tell nach Ramallah fahren will, muss er im Routenplaner die nahe gelegene israelische Siedlung Kdumim eingeben und wird dann auf eine Straße geleitet, die von Palästinensern nicht benutzt werden darf, da sie ausschließlich Siedlern vorbehalten ist — „only Jews“ ist da zu lesen. Er würde sich strafbar machen und sich möglicherweise Angriffen von Siedlern aussetzen. Google Maps kommt also seiner Verpflichtung nicht nach, die Realität abzubilden, sondern ignoriert die Verhältnisse im besetzten Westjordanland.

Auch in Deutschland gibt es diese Art von Realitätsverweigerung. Beispielsweise bietet das Reiseunternehmen RSD seit längerem Reisen an mit dem viel versprechenden Titel „Israel – 8 Tage. Auf den Spuren Jesu Christi – mit den berühmtesten Höhepunkten im ´Heiligen Land`“. Bei diesen Reisen stehen auch Bethlehem und Jericho auf dem Programm. Auf wiederholte Hinweise mehrerer Personen, dass Bethlehem nicht in Israel, sondern im besetzten Palästina liege und man die Reiseankündigung entsprechend ändern möge, bekamen alle – übrigens wortgleich – dieselbe Antwort: „Für uns als Reiseveranstalter ist es das größte Bestreben, unseren Kunden einen schönen Urlaub zu ermöglichen. Über politische Situationen vermögen wir nicht zu urteilen, sofern sie nicht die Sicherheit unserer Kunden gefährdet oder einschränkt. Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass wir unserem Schreiben vom … nichts mehr hinzuzufügen haben und Ihr Anliegen hiermit als abschließend beantwortet sehen.“

Über politische Situationen zu urteilen, bleibt jeder und jedem unbenommen. So können auch Sie den Empfehlungen von 7amleh folgen und Google Maps hier Feedback geben, was nicht ohne mehrere Klicks geht, aber vielleicht doch effektiv ist, wenn es von verschiedenen Seiten kommt. Danke für Ihr Engagement!


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