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Israel behindert die Versorgung mit Schulmaterialien

  1. Das Schulsystem in Gaza
  2. Ehrendoktor für Francesca Albanese
  3. Jüdische Gruppen gegen Todesstrafe in Israel
  4. UN warnt vor der schlimmsten Krise im Westjordanland seit 1967  

UNICEF berichtet über den desolaten Zustand des Bildungssystems in Gaza nach zwei Jahren Krieg. Die Organisation steht vor Herausforderungen wie zerstörten Gebäuden, unpassierbaren Straßen und Standorten, an denen nicht explodierte Bomben geräumt werden müssen. Israel hält Schulmaterialien an der Grenze fest. Trotz anhaltender Verstöße Israels gegen den Waffenstillstand unterrichten die Palästinenser in provisorischen Klassenzimmern. Da die meisten Bewohner Gazas Flüchtlinge sind, bilden die UNRWA-Schulen das Rückgrat des Bildungssystems. Doch Israel hat die UNRWA verboten und ihr Hauptquartier im besetzten Ostjerusalem demoliert und niedergebrannt.

In einem UNICEF-Bericht über das Bildungssystem in Gaza vom November 2025 wurde der desolate Zustand des Schulsystems nach zwei Jahren Krieg beschrieben. Mehr als 97 Prozent der Schulen wurden beschädigt oder zerstört, 91,8 Prozent müssen vollständig wiederaufgebaut oder umfassend saniert werden. Die meisten der 658.000 schulpflichtigen Kinder in Gaza hatten seit über zwei Jahren nur minimalen Zugang zu formaler Bildung. UNICEF wies darauf hin, dass der gerade in Kraft getretene Waffenstillstand zwar „instabil” sei – ein Euphemismus für einen einseitigen Waffenstillstand, den Israel regelmäßig verletzt (BIP-Aktuell #370) – und dass im Oktober 2025 46 Kinder durch israelische Luftangriffe getötet wurden. UNICEF stellte jedoch auch fest, dass die Palästinenser in Gaza der Bildung weiterhin hohe Priorität einräumen, obwohl Wasser, Nahrung und andere Grundbedürfnisse nicht gesichert sind.


Schulkinder in einem Flüchtlingslager im Gazastreifen. Quelle: 2026, We Will Read Again, Instagram.



In einer Zelt-Schule von UNICEF in Beit Lahiya, innerhalb der „gelben Zone“, in der das israelische Militär aktiv ist, werden Kinder unter ständiger Bedrohung durch israelische Scharfschützen unterrichtet. UNICEF warnt, dass die Kinder unter schweren Traumata leiden könnten.

UNICEF hat 78 Lernzentren für 109.310 Kinder (54 % Mädchen) eingerichtet, in denen sie eine informelle Bildung erhalten. Die Organisation steht vor großen Herausforderungen, da Schulmaterialien wie Schreibwaren, Rucksäcke und Lehrmittel an den Grenzen festgehalten werden, weil sie nicht als lebensrettende humanitäre Hilfe eingestuft sind. Es sind provisorische Lernzentren, da in den Trümmern nur sehr wenige Klassenzimmer verfügbar sind. UNICEF-Teams, die nach geeigneten Standorten suchten, berichteten von unbeschreiblichen Zerstörungen, oft unpassierbaren Straßen und vielen Orten, die zerstört worden sind. Potenzielle Räume mussten von Blindgängern, chemischen Gefahren und Trümmern geräumt werden. Aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Platzkapazitäten können die Kinder nur an drei Tagen pro Woche für jeweils drei Stunden am Unterricht teilnehmen.

Trotz der anhaltenden Verstöße Israels gegen die Waffenruhe haben die Palästinenser im Gazastreifen offiziell das Schuljahr und den Unterricht begonnen. In den Ruinen der Lulwa Abdel Wahab al-Qatami-Schule im Stadtteil Tel al-Hawa in Gaza-Stadt herrscht in den provisorischen Zeltklassenzimmern nun reges Treiben. Die Schule war im Januar 2024 von Raketen getroffen worden und diente als Notunterkunft, bevor sie als Lernzentrum wiedereröffnet wurde. Der 14-jährige Naeem al-Asmaar, der seine Mutter bei einem israelischen Luftangriff verloren hat, kehrte nach dem Waffenstillstand in die Schule zurück. „Es war das Schwerste, was ich je durchgemacht habe“, sagt er leise. „Ich habe die Schule sehr vermisst. Vor dem Krieg fand der Unterricht in richtigen Klassenzimmern statt. Jetzt sind es Zelte. Wir lernen nur vier Fächer. Es gibt nicht genug Platz. Die Bildung ist nicht mehr dieselbe – aber es ist wichtig, hier zu sein. Die Schule füllt meine ganze Zeit aus, und das habe ich wirklich gebraucht.“ Seine Mitschülerin Rital Alaa Harb, eine Neuntklässlerin, die Zahnärztin werden möchte, teilt ähnliche Gefühle: „Die Vertreibung hat meine Bildung komplett beeinträchtigt. Es gab keine Zeit zum Lernen. Keine Schulen. Ich habe meine Freunde so sehr vermisst – und ich vermisse meine alte Schule.“

Ein Artikel der BBC berichtete über diese Schule. Derzeit werden dort 1.100 Schüler in drei täglichen Schichten unterrichtet, wobei Jungen und Mädchen an wechselnden Tagen den Unterricht besuchen und nur 24 Lehrer unterrichten. Der Schulleiter Dr. Mohammed Saeed Schheiber, der über 24 Jahre Erfahrung im Bildungswesen verfügt, erklärt die harte Realität: „Vor dem Krieg lernten unsere Schüler in voll ausgestatteten Schulen – mit naturwissenschaftlichen Labors, Computerräumen, Internetzugang und Bildungsressourcen. All das ist jetzt weg.“ Ohne Strom und Internet und mit vielen Kindern, die unter Traumata leiden, kann die Schule nur die Grundlagen vermitteln: Arabisch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Mehr als 100 Schüler haben einen oder beide Elternteile verloren, ihre Häuser wurden zerstört, oder sie wurden Zeugen von Morden. „Wir haben hier bereits mehr als tausend Schüler, aber nur sechs Klassenzimmer pro Schicht. Neben der Schule befindet sich ein großes Flüchtlingslager – mit Familien aus dem Norden und Osten Gazas. Viele Kinder möchten sich einschreiben. Wir können sie einfach nicht aufnehmen“, sagt Dr. Schheiber.

Eltern äußern Erleichterung über die Wiederaufnahme des Schulunterrichts, sind aber auch besorgt. Huda Bassam al-Dasouki, eine aus ihrem Wohnort vertriebene Mutter von fünf Kindern, beschreibt die überwältigenden Herausforderungen: „Es ist nicht so, dass es keine Bildung gibt. Es ist nur extrem schwierig.“ Grundlegende Schulmaterialien sind unerschwinglich teuer oder nicht mehr erhältlich. „Ein Heft, das vor dem Krieg einen Schekel (0,27 Euro) gekostet hat, kostet jetzt fünf. Ich habe fünf Kinder.“ Einige Kinder haben einen Rückstand von vier Jahren, weil auch während der Covid-Pandemie die Schulzeit begrenzt war, da in Gaza kaum Schutzmittel und Impfungen zur Verfügung standen (BIP-Aktuell #136). „Mein Sohn kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben. Er weiß nicht, wie man von der Tafel abschreibt“, sagt sie.

UNICEF-Sprecher Jonathan Crickx betont, wie die Beschränkungen für Hilfslieferungen die Krise verschärfen: „Papier, Hefte, Stifte, Radiergummis, Lineale … Wir fordern schon seit langem, dass diese Hilfsgüter in den Gazastreifen gelangen dürfen, aber sie werden nicht hineingelassen. Das Gleiche gilt für Sets für die psychische Gesundheit und zur psychosozialen Freizeitgestaltung – Spielzeugsets, die für Aktivitäten für die psychische Gesundheit und zur Freizeitgestaltung mit den Kindern verwendet werden können.“ Während Israel behauptet, seine Waffenstillstandsverpflichtungen zu erfüllen und Hilfslieferungen zu erleichtern, bestreiten die UNO und Hilfsorganisationen dies und werfen Israel vor, den Zugang zu lebenswichtigen Hilfsgütern weiterhin zu beschränken. Trotz der anhaltenden Bombardierungen als Reaktion auf angebliche Verstöße der Hamas besuchen die Kinder weiterhin die Schule. Die Lehrerin Kholoud Habib bringt die Entschlossenheit der Palästinenser auf den Punkt: „Bildung ist unser Fundament. Für uns Palästinenser ist sie unser Kapital. Wir verlieren unsere Häuser. Wir verlieren unser Geld. Wir verlieren alles. Aber Wissen – Wissen ist die einzige Investition, die wir unseren Kindern noch geben können.“

Haaretz berichtet, dass das israelische Militär nur eine lockere Kontrolle über den Warenfluss nach Gaza ausübt, was es israelischen Geschäftsleuten ermöglicht, Waren zu schmuggeln und zu überhöhten Preisen zu verkaufen (Quelle auf Hebräisch). Die Palästinenser in Gaza bleiben unter Belagerung und können nicht normal importieren, sodass sie für Grundbedarfsgüter auf Schmuggelrouten angewiesen sind. Soldaten plündern einen Teil dieser Waren für sich selbst. Kürzlich wurde eine Untersuchung gegen Schmuggler eingeleitet. Unter den Verdächtigen befinden sich israelische Soldaten, die ihre Autorität nutzen, um die Waren durch militärische Kontrollpunkte zu schmuggeln. Dies dürfte die Erklärung dafür sein, dass Schulen und Eltern Notizbücher und Schreibutensilien beschaffen können, wenn auch zu sehr hohen Preisen. Die Hilfsgelder, die von verschiedenen Ländern und privaten Spendern gespendet werden, werden verwendet, um die hohen Preise für Schulmaterialien zu bezahlen, wodurch sich israelische Unternehmen bereichern.


Am 20. Januar zerstörten israelische Streitkräfte das UNRWA-Hauptquartier im besetzten Ostjerusalem. Quelle: 2026, Prof. Dr. Helga Baumgarten.



Da der Großteil der Bevölkerung im Gazastreifen aus Flüchtlingen besteht, ist die UNRWA der größte Bildungsanbieter in Gaza. Die Schulen der UNRWA bilden das Rückgrat des Bildungssystems in Gaza. Israel hat die UNRWA verboten (BIP-Aktuell #324). Sie ist jedoch weiter in Gaza tätig. Am 8. Dezember stürmten israelische Soldaten das Gebäude der UNRWA im besetzten Ostjerusalem und ersetzten die UN-Flagge durch eine israelische Flagge, was einen direkten Angriff Israels auf die UN darstellt. Am 20. Januar zerstörte Israel das Gebäude mit Bulldozern. Am 24. Januar brannten israelische Streitkräfte es nieder. Dies ist sowohl ein symbolischer als auch ein physischer Angriff auf die UNO und auf das Bildungssystem für alle palästinensischen Flüchtlinge, insbesondere im Gazastreifen.

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Angesichts der zumeist sehr deprimierenden Berichte in unserem Newsletter steht an dieser Stelle die Rubrik „Bemerkenswert“ – in der Hoffnung, dass diese Meldungen uns allen Mut machen, denn „Aufgeben ist keine Option“!

BA 382 Bemerkenswert:
Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, erhält von drei belgischen Universitäten die Ehrendoktorwürde
https://www.pressenza.com/de/2026/01/francesca-albanese-und-die-wuerde-der-intelligenz-wenn-eine-universitaet-sich-weigert-sich-zu-beugen/

„Rassistisch, diskriminierend und unvertretbar“
Progressive jüdische Gruppen in Nordamerika fordern israelische Politiker auf, sich gegen das Gesetz über die Todesstrafe zu stellen.
In einer Erklärung gegenüber Haaretz forderten führende liberale jüdische Organisationen in den USA und Kanada israelische Politiker auf, die Verabschiedung des Gesetzes zu stoppen und „die Werte zu bekräftigen, die seit langem das jüdische Leben leiten: die Heiligkeit des menschlichen Lebens und die Würde jedes Menschen“.
„Dieser Gesetzesentwurf würde eine erhebliche Abweichung von dieser langjährigen Norm darstellen, indem er Hinrichtungen genehmigt und die Todesstrafe in das israelische Recht einführt“, heißt es in dem Brief.
„Seit Jahrzehnten verfolgt Israel eine Politik der de facto Abschaffung der Todesstrafe, die die breite Anerkennung widerspiegelt, die sowohl in der jüdischen Tradition als auch in demokratischen Gesellschaften geteilt wird, dass die Macht des Staates, Leben zu nehmen, größte Zurückhaltung erfordert“, heißt es in dem Brief.
Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der zweiten und dritten Lesung in der Knesset.
https://www.haaretz.com/israel-news/israel-politics/2026-01-28/ty-article/.premium/progressive-jews-urge-israeli-leaders-to-oppose-indefensible-death-penalty-bill/0000019c-0548-dd8b-a79e-1549ee3d0000

BIP Aktuell berichtet an dieser Stelle von Menschenrechtsverletzungen, die in deutschen Medien kaum Beachtung finden

UN warnt vor der schlimmsten Krise im Westjordanland seit 1967 – Eskalation von Morden, Vertreibungen und Gewalt durch Siedler
25. Januar 2026
Die UNO erklärt, das Westjordanland stehe vor der schlimmsten humanitären Krise seit 1967, da sich die israelischen Militäroperationen, Angriffe von Siedlern, Morde und Massenvertreibungen verschärfen.
Das besetzte Westjordanland steht vor der schlimmsten humanitären Krise seit 1967, da israelische Militäroperationen, weit verbreitete Gewalt durch Siedler, Zwangsvertreibungen und groß angelegte Zerstörungen zusammenkommen und palästinensische Gemeinden verwüsten, so mehrere Organisationen der Vereinten Nationen und palästinensische Amtsträger.
UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini warnte, dass das besetzte Westjordanland einen beispiellosen Zusammenbruch der humanitären Lage erlebe, der durch israelische Angriffe auf Flüchtlingslager und die Zwangsvertreibung von Zehntausenden Palästinensern verursacht wird.
„Ein Jahr nach Beginn der israelischen Militäroperation mit dem Namen ‚Eiserne Mauer‘ sind immer noch 33.000 Menschen aus palästinensischen Flüchtlingslagern im nördlichen Westjordanland vertrieben“, sagte Lazzarini in einem Beitrag auf X. Er fügte hinzu, dass die israelischen Streitkräfte weiterhin große Teile der Lager zerstören und damit die Aussichten auf Wiederaufbau und Rückkehr drastisch verringern.
Lazzarini warnte, dass die Zerstörung in einer Situation stattfinde, in der es fast keine tragfähigen Alternativen für Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Dienste gibt, wodurch die vertriebenen Gemeinschaften in zunehmender Armut und Instabilität gefangen sind.

Tötungen, Verletzte und Massenvertreibungen
Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichtete, dass allein im Jahr 2025 240 Palästinenser von israelischen Streitkräften und Siedlern im Westjordanland getötet und fast 4.000 verletzt wurden. Die Behörde dokumentierte mehr als 1.800 Angriffe von Siedlern, von denen viele zu Verletzungen, Sachschäden und Zwangsvertreibungen führten.
OCHA gab an, dass zwischen dem 6. und 19. Januar innerhalb von nur zwei Wochen mehr als 100 palästinensische Beduinen- und Hirtenfamilien aus fünf Gemeinden im zentralen Westjordanland aufgrund anhaltender Gewalt, Drohungen und Einschüchterungen durch Siedler vertrieben wurden. Diese Angriffe haben die Bewohner daran gehindert, ihre Häuser, Weideflächen und Wasserquellen zu erreichen.
Nach Angaben der Vereinten Nationen haben die Zerstörungen durch Israel im besetzten Ostjerusalem ein Rekordniveau erreicht: Unter dem Vorwand fehlender Baugenehmigungen wurden 256 Häuser und Gebäude zerstört.

Angriffe von Siedlern in Hebron und Zwangsräumungen
Am Samstag wurden laut lokalen Quellen, die von Al-Jazeera zitiert wurden, zwei Palästinenser bei einem Angriff von Siedlern im Dorf Khallet al-Natsh östlich von Hebron verletzt. Siedler griffen ein palästinensisches Haus an, zerstörten Teile einer Mauer, verwüsteten Ernten und bewarfen die Bewohner mit Steinen. Bei dem Angriff wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Lokalen Quellen zufolge griffen die Siedler die Bewohner mit Steinen und Stöcken an und verursachten Verletzungen, die medizinisch behandelt werden mussten. Das Gebiet ist wiederholt Angriffen von Siedlern aus der nahe gelegenen Siedlung Kiryat Arba ausgesetzt.
In einem anderen Fall zwangen Siedler 15 palästinensische Familien mit Gewalt zur Flucht aus der Beduinengemeinde Shallal al-Auja östlich von Jericho, wodurch sich die Gesamtzahl der aus dem Gebiet vertriebenen Familien auf 94 erhöhte.
Ahmed Ghuanima, ein Bewohner, der dabei ist, seine Gemeinde zu verlassen, berichtete Anadolu, dass 120 Familien mit insgesamt rund 650 Menschen in der Gegend gelebt hätten, aber zwei Jahre lang anhaltenden Angriffen von Siedlern, Stromausfällen und systematischer Schikane ausgesetzt gewesen seien, die ihnen das Leben unmöglich gemacht hätten.
Im Mai 2024 errichtete ein israelischer Siedler einen Weideplatz in der Nähe der Quelle Ein al-Auja, einer wichtigen Wasserquelle für die Gemeinde. Die Bewohner sagten, dass dieser Schritt darauf abzielte, die Kontrolle über das Gebiet zu erlangen und den Palästinensern den Zugang zu Wasser zu verweigern.

Angriffe im Regierungsbezirk Hebron
Weitere Gewalttaten von Siedlern wurden aus dem gesamten Verwaltungsbezirk Hebron gemeldet. Laut WAFA wurden mehrere Palästinenser bei koordinierten Angriffen bewaffneter Siedlergruppen verletzt, während sie in Khallet al-Natsh, Wadi Sa‘ir und Marah Abu Asida in der Nähe von Beit Ula Landwirtschaft betrieben und Vieh hüteten.
In Khallet al-Natsh griffen Siedler Bauern an und verletzten mehrere Menschen, darunter einen Mann, der durch einen Steinwurf eine Kopfverletzung erlitt. In Wadi Sa‘ir griffen Siedler Häuser an und blockierten die Hauptstraße, wodurch der Verkehr behindert wurde.
Der Bürgermeister von Beit Ula, Atiyah al-Adam, berichtete der Nachrichtenagentur WAFA, dass Siedler in Begleitung israelischer Soldaten Bewohner in Marah Abu Asida in der Nähe der Trennmauer angegriffen hätten. Als Palästinenser den Siedlern entgegentraten, setzten israelische Streitkräfte Tränengas ein, was bei mehreren Personen zu Erstickungsanfällen führte.

Zusammenbruch des Zugangs zu Dienstleistungen
Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (S) warnte, dass die anhaltenden israelischen Operationen, die Gewalt der Siedler und die Bewegungsbeschränkungen den Zugang zu Schulen, Arbeitsplätzen, Märkten und Gesundheitseinrichtungen stark einschränken.
Die Organisation schätzt, dass mehr als 230.000 Frauen und Mädchen, darunter fast 15.000 Schwangere, aufgrund der eskalierenden Gewalt und der Beschränkungen mit ernsthaften Hindernissen beim Zugang zu Gesundheitsdiensten konfrontiert sind.

Vorwürfe der UN gegen Israel
Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, warf Israel einen systematischen Angriff auf das System der Vereinten Nationen selbst vor und forderte die Aussetzung der UN-Mitgliedschaft Israels sowie die Verhängung internationaler Sanktionen.
Albanese sagte, die Zerstörung des UNRWA-Hauptquartiers im besetzten Ostjerusalem stelle eine gefährliche Eskalation dar, die sowohl gegen die internationale Organisation als auch gegen das palästinensische Volk gerichtet sei.

Siedlungen und demografischer Druck
Laut offiziellen palästinensischen Berichten erreichte die Zahl der israelischen Siedler im Westjordanland bis Ende 2024 etwa 770.000, die in mehr als 180 Siedlungen und 256 Außenposten leben.
UN-Agenturen warnen, dass die Kombination aus Siedlungsausbau, Gewalt durch Siedler, Militärrazzien und Zerstörungen die palästinensischen Gemeinden zu einer irreversiblen Vertreibung führt und damit das demografische und humanitäre  Umfeld des besetzten Westjordanlands dauerhaft zu verändern droht.
https://www.palestinechronicle.com/un-warns-of-worst-west-bank-crisis-since-1967-killings-displacement-and-settler-violence-escalate/?utm_source=emailoctopus&utm_medium=email&utm_campaign=The%20Palestine%20Chronicle%20Newsletter%2C%20January%2025

Das Redaktionsteam von BIP-Aktuell besteht aus dem Vorstand und dem Geschäftsführer Dr. Shir Hever. V. i. S. d. P. Dr. Götz Schindler, BIP-Vorstand.

Tag: 2. Februar 2026

BIP-Aktuell #382: Das Schulsystem in Gaza

Israel behindert die Versorgung mit Schulmaterialien UNICEF berichtet über den desolaten Zustand des Bildungssystems in Gaza nach zwei Jahren Krieg. Die Organisation steht vor Herausforderungen wie zerstörten Gebäuden, unpassierbaren Straßen

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