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Deutsche Soldaten trainieren mit Kriegsverbrechern


  1. Das deutsche Militär lernt vom israelischen Militär
  2. Das israelische Bildungsministerium muss rassistische Übergriffe israelisch-jüdischer Schüler auf palästinensisch-israelische Schüler verurteilen

Das deutsche Militär trainiert weiterhin mit israelischen Streitkräften. Dabei vermittelt Israel der Bundeswehr Lehren aus dem Krieg im Gazastreifen: taktisches Verhalten, das während der Begehung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord gewonnen wurde. Soldaten der Bundeswehr reisen deshalb nach Israel, während Deutschland gleichzeitig israelische Militärsysteme kauft, die an Palästinensern getestet wurden.
 
Die Zeitung „German Foreign Policy“ berichtete am 25.2.2026, dass das Deutsche Heer eine enge Kooperationsvereinbarung mit der Israel Defense Force (IDF) schließt. Angestrebt würden gemeinsame Ausbildungs- und Übungsmaßnahmen. Die IDF informiere dabei über ihre Erkenntnisse aus dem Gaza-Krieg. Dies ist das Ergebnis einer Reise des Heeresinspekteurs Christian Freuding, der Mitte Februar Israel besucht hat.

Heeresinspekteur Christian Freuding. Quelle: 2025, Wikipedia.

Die militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel reicht bis in die 1950er Jahre zurück und umfasste neben milliardenschweren Rüstungsexporten beider Seiten auch die Militärausbildung und gemeinsame Manöver.
 
Bundeswehrsoldaten haben schon vor über 10 Jahren in Israel eine Ausbildung in Stadtkriegsführung und im Tunnelkampf absolviert. Die Details dieser Taktiken wurden der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt. Mittlerweile sind sie kein Geheimnis mehr; denn sie wurden im Zuge des Gazakrieges sichtbar. In der Presseerklärung der IDF zum Abschluss von Freudings Besuch hieß es: „Während seines gesamten Besuchs wurden ihm unter der Leitung des Kommandanten der israelischen Bodentruppen professionelle Briefings präsentiert, in denen es um die während des Krieges gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen ging, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung der Bodentruppen und dem Aufbau von Streitkräften lag. Die Kommandeure waren sich einig, dass die Bewältigung ähnlicher Herausforderungen einen zentralen Pfeiler in den strategischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland darstellt und die Grundlage für den gemeinsamen Arbeitsplan für die Zukunft bildet.“
 
Andere Teilstreitkräfte können bereits auf eine lange, intensive Kooperation zurückblicken:
Die deutsche Luftwaffe nimmt seit 2017 regelmäßig an den Blue Flag-Übungen teil, einem Luftwaffenmanöver, das die israelische Luftwaffe unter Beteiligung weiterer Luftwaffen alle zwei Jahre abhält. 2020 beteiligte sich die IDF erstmals an Luftkriegsübungen in Deutschland. Seit 2019 werden deutsche Drohnenpiloten auf dem israelischen Luftwaffenstützpunkt Tel Nof ausgebildet. Von dort aus wurden unzählige Luftangriffe auf Gaza geflogen. Zu den Ausbildern der deutschen Drohnenpiloten gehörten in neuerer Zeit israelische Offiziere, die aktiv am völkermörderischen Geschehen in Gaza beteiligt waren.
 
Die deutsche Luftwaffe setzt in den USA hergestellte F35-Kampfflugzeuge ein. Solche Flugzeuge sind zu einer der wichtigsten Waffen Israels im Rahmen des Gazakrieges geworden. Die F35 ist an sich als Stealth-Kampfflugzeug für Langstreckenangriffe auf abgeschirmte Ziele konzipiert worden. Die israelische Luftwaffe hat die Konfiguration des Flugzeugs jedoch zu einem sogenannten „Beast Mode“ umgebaut. So konnte das Flugzeug mit schwerer Munition über seine vorgesehene Tragkraft hinaus beladen werden, um Gaza, ein Gebiet, das weder weit entfernt noch abgeschirmt ist und über keine Luftabwehr verfügt, mit Flächenbombardements zu überziehen. Ob die deutsche Luftwaffe auch das von Israel gelernt hat?
 
Die deutsche Marine hat 2024 zusammen mit der israelischen und vielen anderen Marineverbände, die überwiegend Verbündete der USA mit Interessen im Pazifikraum sind, an der gemeinsamen Pazifik-Übung RIMPAC (Exercise Rim of the Pacific) teilgenommen. Diese Übung, an der Hunderte von Marineschiffen unterschiedlicher Größe beteiligt waren, die mit großer Intensität diverse Waffen abfeuerten, verursachte enorme Schäden an der natürlichen Umwelt der Pazifikinseln und verletzte den Lebensraum der indigenen Bevölkerung Hawaiis. Sie war eine Demonstration der imperialistischen Macht der USA, um friedliche Nationen einzuschüchtern.
 
Deutsche haben auch unmittelbar in der israelischen Armee gedient. Laut einer Studie der Zeitung Declassified haben 4.193 deutsche Staatsbürger in israelischen Militäruniformen, d.h. als Teil der israelischen Armee, in Gaza gekämpft.
 
Ein weiteres Feld intensiver Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel ist die Rüstungskooperation. Die militärischen Kooperationsabkommen umfassen nicht nur Ausbildung und Sicherheitskoordination, sondern auch den Kauf von Waffen. Das gemeinsame Training kostet Geld und dient den israelischen Rüstungsexporten. Deutschland ist ein wichtiger Abnehmer israelischer Waffen.
 
2017 unterzeichnete Deutschland einen Vertrag mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Israeli Aerospace Industries (IAI) über das Leasing von Heron-TP-Drohnen, die auf israelischem Boden stationiert bleiben, aber zur Ausbildung der Bundeswehr eingesetzt werden. Im Oktober 2023 stellte Verteidigungsminister Pistorius Israel zwei geleaste Drohnen zur Verfügung, um es im Kampf gegen die Hamas zu unterstützen. In dem Verfahren, das Nicaragua vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Deutschland wegen Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen in Bezug auf das besetzte palästinensische Territorium eingeleitet hat, war dies einer der gegen Deutschland erhobenen Vorwürfe.
 
Am 23.11.2023 kaufte Deutschland das Raketenabwehrsystem Arrow-3, das die deutschen Steuerzahler mehr als 3 Milliarden Euro gekostet hat. Ob es Waffen abfangen kann, die aktuell als Hauptbedrohung für Deutschland gelten, nämlich russische Hyperschall-Raketen, wird von Experten bezweifelt.
 
Während sich immer mehr Länder dem Militärembargo gegen Israel anschließen, kündigte Deutschland im Oktober 2025 an, israelische Spike-Raketen für 2 Milliarden Euro zu kaufen. Mit solchen Raketen hat Israel am 1. April 2024 sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen umgebracht. Die Rakete wird als „Panzerabwehrrakete” vermarktet. Sie wurde aber nie gegen Panzer eingesetzt, sondern gegen Wohnungen, Privatwagen und Krankenwagen. Der ehemalige Kommandeur der israelischen Luftwaffe, Amikam Norkin, kommentierte, dass das deutsche Geld das israelische Militär vor einer Schwächung bewahrt habe. (Quelle auf Hebräisch).
 
Am selben Tag, an dem German Foreign Policy über die Ausbildung der Bundeswehr durch das israelische Militär berichtete, gab die Bundeswehr bekannt, dass die deutsche Marine ein unbemanntes U-Boot vom israelischen Rüstungsunternehmen Elta erhalten habe. Bei dem U-Boot handelt es sich eigentlich um eine Unterwasserdrohne namens Blue Whale, die aus der Ferne und ohne entdeckt zu werden enormen Schaden anrichten kann.
 
Die Kooperation zwischen Deutschland und Israel erstreckt sich nicht zuletzt auf den Bereich der Cybersicherheit. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt traf sich am zweiten Januarwochenende mit Netanjahu, um ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit zu unterzeichnen. Er bezeichnete Israel als „Premium-Partner“ für die deutsche Sicherheit. Eine Sicherheitszusammenarbeit mit Israel könnte dazu beitragen, die Privatsphäre und die Bürgerrechte der deutschen Bürger zu verletzen. Dobrindt schüttelte bei diesem Besuch Netanjahu die Hand, einem Mann, der bekanntlich vom IStGH wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird.

Treffen zwischen Pistorius und Gallant im Februar 2023. Quelle: 2023, Twitter.

In Yotam Feldmans Film „The Lab“ aus dem Jahr 2013 sind deutsche Offiziere zu sehen, die an Ausbildungsprogrammen des israelischen Militärs und privater israelischer Rüstungsunternehmen teilnehmen. Generalmajor Yoav Gallant gibt in diesem Film ein Interview, zehn Jahre vor seiner denkwürdigen Rede, in der er erklärte, dass die Bewohner von Gaza menschliche Tiere seien (BIP-Aktuell #277). Gallant erläuterte in dem damaligen Interview Israels Taktik im Kampf in Gaza, für die er nun mit einem Haftbefehl des IStGH konfrontiert ist. Er kommentierte: „Es gibt viel Heuchelei: sie verurteilen uns politisch, während sie uns fragen, was der Trick von uns Israelis ist, dass wir Blut in Geld verwandeln.“
 
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Angesichts der zumeist sehr deprimierenden Berichte in unserem Newsletter steht an dieser Stelle die Rubrik „Bemerkenswert“ – in der Hoffnung, dass diese Meldungen uns allen Mut machen, denn „Aufgeben ist keine Option“!
 
BIP Aktuell berichtet an dieser Stelle von Menschenrechtsverletzungen, die in deutschen Medien kaum Beachtung finden
 
«Das israelische Bildungsministerium muss rassistische Übergriffe israelisch-jüdischer Schüler auf arabische Schüler verurteilen und unverzüglich einen Schutzplan vorlegen
Nachdem es am 4. Februar 2026 während eines Schulausflugs zu schweren rassistischen Angriffen israelisch-jüdischer Schüler auf arabische Schüler und Lehrer der Ibn-Khaldun-Schule in Sakhnin gekommen war, richteten das Rechtszentrum für die Rechte der arabischen Minderheit in Israel (Adalah), das Follow-up-Komitee für arabische Bildung und das Nationale Komitee arabischer Eltern in Israel einen dringenden Brief an den Generaldirektor des Bildungsministeriums, Meir Shimoni, in dem sie die Veröffentlichung einer klaren und offiziellen Stellungnahme mit einer Verurteilung der Angriffe sowie die sofortige Verabschiedung eines nationalen Aktionsplans forderten.
Der Angriff ereignete sich während eines Bildungsausflugs zum Ein Shokek Park in der Nähe von Beit She’an. Während sie auf einem Wanderweg in der Nähe der Stadt Afula unterwegs waren, wurden die arabischen Schüler und Lehrer von israelisch-jüdischen Schülern rassistisch angegriffen, wobei es zu körperlicher Gewalt und dem Einsatz von Pfefferspray kam. Infolge des Vorfalls wurden 14 arabische Schüler und Pädagogen verletzt, von denen einige evakuiert und medizinisch versorgt werden mussten.
Die drei Organisationen betonten in ihrem Brief, dass dieser Vorfall nicht als „Einzelfall” oder spontane Schlägerei angesehen werden sollte. Die Gruppen bezeichneten ihn als einen klaren rassistischen Angriff vor dem Hintergrund einer beunruhigenden Eskalation der Hetze und Feindseligkeit gegenüber palästinensischen Bürgern Israels (PCI). Die Organisationen warnten, dass das anhaltende Schweigen der offiziellen Stellen eine gefährliche Botschaft aussendet, das Gefühl der Unsicherheit der Schüler verstärkt und ihr Vertrauen in die Institutionen, die für ihren Schutz zuständig sind, untergräbt.
Darüber hinaus wurde in dem Brief darauf hingewiesen, dass das Versäumnis des Bildungsministeriums, eine klare Position zu beziehen und den Angriff unmissverständlich zu verurteilen, mehrere Grundrechte verletzt – vor allem das Recht auf Würde, persönliche Sicherheit und Bildung in einer sicheren Umgebung. Es wurde betont, dass die Gewährleistung eines gewaltfreien Bildungsumfelds – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Schulgeländes – kein Privileg, sondern eine direkte gesetzliche Verpflichtung des Bildungsministeriums als der für die Sicherheit der Schüler und des Bildungspersonals sowie für den Schutz ihrer Rechte zuständigen Behörde sei.
Die Organisationen fordern daher vom Bildungsministerium:
•    Eine sofortige und offizielle Erklärung, in der der Angriff verurteilt wird.
•    Die Ankündigung klarer Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Angreifer zur Rechenschaft gezogen werden und sich solche Vorfälle nicht wiederholen.
•    Die sofortige Bereitstellung psychologischer und rechtlicher Hilfe für die arabischen Schüler und das arabische Lehrpersonal.
•    Die Ausarbeitung eines umfassenden Aktionsplans zum Schutz arabischer Schüler vor Gewalt und Rassismus und zur Gewährleistung ihrer Sicherheit während schulischer Aktivitäten und Ausflügen.
In dem Schreiben wird außerdem betont, dass dieser Fall als „Testfall” für das Bekenntnis des Bildungsministeriums zu seinen erklärten Werten dient. Die Verantwortung für den Schutz der Rechte der Schüler und die Gewährleistung eines sicheren und respektvollen Lernumfelds liegt direkt und ausschließlich beim Ministerium; dementsprechend muss es unverzüglich, klar und ohne Verzögerung handeln.»
https://www.adalah.org/en/content/view/11545

Das Redaktionsteam von BIP-Aktuell besteht aus dem Vorstand und dem Geschäftsführer Dr. Shir Hever. V. i. S. d. P. Dr. Götz Schindler, BIP-Vorstand.

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