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25. – 27. September 2020, Alte Feuerwache
Nach unserer Konferenz in Heidelberg (Mai 2018) organisieren wir unsere zweite Konferenz.
Das vorläufige Programm ist gedruckt und kann hier heruntergeladen werden:
https://bibjetzt.files.wordpress.com/2020/03/bip_faltblatt_konferenz_2020_ansicht.pdf

Anmeldungen zur Konferenz  sind ab sofort möglich: an info@bip-jetzt.de (Details und Tagungskosten siehe im vorläufigen Programm.)

Under anderem haben wir zur Konferenz Stimmen aus Palästina und Israel eingeladen, haben Politiker zu Gast, und wir werden einen Literaturpreis verleihen. Letzteres ist ungewöhnlich für eine solche Tagung und soll daher im Folgenden begründet werden.

Kamila Shamsie

Zu Beginn der Tagung werden wir an die britisch-pakistanische Schriftstellerin Kamila Shamsie einen Preis verleihen.

Bekanntlich sollte Frau Shamsie letztes Jahr den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund erhalten, bekam aber den Preis vor der Verleihung wieder aberkannt, weil sie die palästinensische BDS-Bewegung unterstützt.

Kamila Shamsie hat mit ihrem Buch „Home Fire“ („Hausbrand„) Sophokles‘ Drama von Antigone in die muslimische Community Großbritanniens verlegt: Die Heldin des Buchs möchte ihren Bruder bestatten, der beim IS gelandet war, aber der Innenminister will das vehindern.

Wir denken, dass Shamsies schriftstellerische Arbeit, der Sinn des Nelly-Sachs-Preises und der moralische Antrieb unserer Arbeit sehr gut zueinander passen.
Daher wollen wir auf der Göttinger Tagung ein Zeichen setzen für ein anderes Deutschland: tolerant, humanistisch und an Menschenrechten orientiert. Genau so, wie der Nelly-Sachs-Preis definiert ist: Es „sollen Persönlichkeiten geehrt und gefördert werden, welche überragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen, die insbesondere eine Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern zum Ziel haben … und die in ihrem Leben und Wirken die geistige Toleranz und Versöhnung unter den Völkern verkündet und vorgelebt haben.“

Shamsies Unterstützung des Kampfs für palästinensische Menschenrechte durch BDS, eine an Gandhi orientierte sanfte und effiziente Form des Widerstands gegen die Brutalität einer Beatzungsmacht, spricht nicht etwa gegen eine solche Auszeichnung durch einen Preis, sondern bestätigt die Annahme, dass sie einen solchen Preis verdient. Denn der erfolgversprechendste Weg zu einer Verständigung zwischen Israelis und Palästinenern würde dadurch eröffnet, wenn die Regierenden Israels durch die Kraft der Sanftmut dazu gebracht würden, „Wir bitten um Verzeihung“ zur palästinensischen Bevölkerung zu sagen. Kamila Shamsies Werk ist ein Beitrag für diesen Weg. Denn Fragen der Moral, der Identität von Minderheiten und der Formen von Widerstand gegen Unrecht sind genau die Themen ihres Buchs „Home Fire“ (Hausbrand).

Auch im heutigen Palästina gibt es wohl viele Antigonen. Shamsies Buch kann uns inspirieren und in verfremdeter Form vor Augen halten, was wir selbst tun, wenn wir uns für eine bessere Welt einsetzen.

Die Laudatio wird von Prof. Jacqueline Rose gehalten werden. Sie ist Literaturprofessorin in London und war 2008 Gründungsmitglied der Independent Jewish Voices in Großbritannien.

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Aktuelle Veranstaltungen:
https://bip-jetzt.de/bip-aktuelles.html

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